Arbeitslosengeld 2 Tipps und Tricks trotz Schufa

4.5 Welche Mietpreis ist angemessen?
Zum Lebensunterhalt gehören auch die “angemessenen“ Kosten für Unterkunft einschließlich
Nebenkosten (z.B. Wasser, Müll, Schornsteinfeger) und Heizung.Strom ist hingegen aus den
Regelsätzen zu bezahlen. Die Frage der Angemessenheit ist weder im Gesetz noch in einer
Rechtsverordnung des Bundes geregelt. Die Angemessenheit der Unterkunftskosten richtet
sich nach den Familienverhältnissen im Einzelfall und nach dem Wohnort. Berücksichtigt
werden die Zahl der Familienangehörigen, deren Alter und Gesundheitszustand. Darüber
hinaus werden die Wohnungsgröße, das örtliche Mietniveau und die Möglichkeit in der
Region billigeren Wohnraum zu finden, beurteilt.


Die angemessene Größe einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses orientiert sich an den
Richtlinien im sozialen Wohnungsbau und an den Verwaltungsvorschriften der Bundesländer
zum Wohnungsbindungsgesetz. Das Bundeswirtschaftsministerium geht von folgenden
Obergrenzen aus:
1 Person ca. 45 bis 50 qm
2 Personen ca. 60 qm oder 2 Wohnräume
3 Personen ca. 75 qm oder 3 Wohnräume
4 Personen ca. 85 bis 90 qm oder 4 Wohnräume
für jede weitere Person ca. 10 qm oder 1 Wohnraum mehr.
Eine gute Orientierung für die im Vergleich zur Wohnfläche wichtigere Frage der
angemessenen Miethöhe bieten die Höchstbeträge für eine zuschussfähige Miete nach dem
Wohngeldgesetz. Aufgeschlüsselt nach Familiengröße und örtlich unterschiedlichen
Mietstufen finden Sie eine Übersicht in der aktuellen Wohngeldbroschüre des
Bundesbauministeriums (www.bmvbw.de). Hier findet sich auch eine bundesweite Übersicht,
zu welcher Mietstufe Ihr Wohnort zählt.
Der DGB befürchtet, dass die “Angemessenheit“ der Unterkunftskosten örtlich sehr
unterschiedlich geregelt wird, nicht allein begründet durch unterschiedliche Mietniveaus. Da
die Kommunen die Unterkunftskosten weitgehend allein tragen, besteht ein finanzieller
Anreiz, die in vielen Städten und Landkreisen knappe Kasse zu Lasten der
Langzeitarbeitslosen zu entlasten.
Wenn Ihre Miete im Sinne des Gesetzes unangemessen ist, müssen Sie nicht gleich
umziehen. In solchen Fällen wird die höhere Miete im Regelfall für längstens sechs Monate
weiter übernommen, im Ausnahmefall auch länger. Ein Ausnahmefall kann z.B. vorliegen,
wenn ein Familienmitglied pflegebedürftig oder körperbehindert ist und einen besonderen
Wohnraumbedarf aufweist. Nach Ablauf der Ihnen gewährten Frist müssen Sie durch
Wohnungswechsel, Untervermietung oder auf andere Weise zur Kostenreduzierung
beitragen.
Tipps: Wenn Sie eine dafür geeignete Wohnung besitzen, denken Sie an die Möglichkeit
einer Untervermietung. Die Einnahmen aus der Untervermietung reduzieren ihre
Wohnungskosten. Auch Familienangehörige, die nicht zur Bedarfsgemeinschaft zählen (z. B.
berufstätige Kinder, in der Wohnung lebende Eltern), rechtfertigen einen besonderen
Platzbedarf.
Es liegen zur Zeit noch keine Erfahrungen darüber vor, unter welchen Umständen Sie
tatsächlich gezwungen werden die Wohnung zu wechseln. Vor allem sind damit weitere
zusätzliche Kosten verbunden, die gegen die höheren Kosten der derzeitigen Wohnung
gegen gerechnet werden müssen. Wenn die Wohnung nicht völlig überteuert oder
„unangemessen“ ist, bestehen Sie zunächst auf den Verbleib in der Wohnung. Machen Sie
deutlich, dass ihre Arbeitslosigkeit wahrscheinlich nur vorübergehend ist und das es für Sie
wichtig ist, in dem Wohnumfeld zu bleiben.
Wenn Sie trotzdem eine neue Unterkunft suchen oder suchen müssen, lassen Sie sich von
der Behörde genau erklären, welche Kosten übernommen werden. Auch
Wohnungsbeschaffungskosten (z. B. Renovierungskosten), Mietkaution und Umzugskosten
können nach vorheriger Zustimmung des Amtes übernommen werden; ein Rechtsanspruch
besteht hierauf aber nicht.
Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung (1-Euro-Jobs)
Die öffentliche Diskussion konzentriert sich in letzter Zeit sehr stark auf die sogenannten
Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung. Die Arbeitsgelegenheit ist in diesem
Fall kein Arbeitsverhältnis im arbeitsrechtlichen Sinne, auch besteht keine vom Lohn
abhängige Sozialversicherungspflicht.
Auch Arbeitsgelegenheiten müssen im öffentlichen Interesse liegen und zusätzlich sein. Im
Gegensatz zu den ABM erhält man hier allerdings keinen vertraglich vereinbarten Lohn,
sondern lediglich eine Mehraufwandsentschädigung zusätzlich zu den gezahlten ALG IILeistungen.
Diese Mehraufwandsvariante ist bereits in der Sozialhilfe als „Hilfe zur Arbeit“
gebräuchlich. Die Mehraufwandsentschädigung beträgt in den meisten Fällen ein bis zwei
Euro pro Arbeitsstunde. Dieser Betrag ist nicht konkret festgelegt, sondern in das Ermessen
der Agentur gestellt. Die Aufwandsentschädigung kann also auch höher (oder niedriger sein).
Beispiel:
Ein allein Stehender Arbeitsloser erhält monatlich:
345 Euro Arbeitslosengeld II (im Osten 331 Euro )
290 Euro Wohnkosten (je nach Kosten der Wohnung)
zusammen also 635 Euro.
Bei einer Beschäftigung von 30 Stunden in der Woche mit einer Aufwandsentschädigung von
1 Euro/Stunde würde sich das Einkommen um 120 Euro erhöhen. Das Gesamteinkommen
des Haushalts beträgt also 755 Euro.
Bereits seit längerem geht der Trend dahin, Arbeitsverhältnisse „zweiter Klasse“ zu schaffen,
was sich besonders in der immer weiter absinkenden Bezahlung und der immer
unzureichenderen sozialen Absicherung zeigt. Der Arbeitslohn in einer
Arbeitsbeschaffungsmaßnahme muss sich nicht mehr an tariflichen Standards orientieren, bei
den Arbeitsgelegenheiten wird gleich auf alle arbeitsrechtlichen Standards verzichtet.
Wie an dem Beispiel zu erkennen ist, sind die Arbeitsgelegenheiten aus Sicht des Job-
Centers und des die Maßnahme durchführenden Trägers (z.B. Beschäftigungsgesellschaft)
erheblich billiger. Der Druck ist deswegen hoch, diese Form der öffentlich geförderten
Beschäftigung zu bevorzugen. Die Kosteneinsparungen ergeben sich vor allem deswegen,
weil keine Beiträge zu den Sozialversicherungen abgeführt werden müssen.
Tipps: Nach der bisherigen Rechtsprechung muss auch bei der Mehraufwandsvariante die
Tätigkeit in einem angemessenen Verhältnis zu der gewährten Gesamtvergütung stehen,
also dem erhaltenen ALG II in Verbindung mit dem Mehrbedarfszuschlag. Achten Sie darauf,
dass der Zuschlag so bemessen ist, dass mindestens Ihr Mehrbedarf z.B. für Fahrkosten zum
Arbeitsplatz, Arbeitskleidung, Arbeitsmaterialien usw. abgedeckt ist. Bei hohen Fahrkosten
oder bei notwendiger spezieller Schutzkleidung fordern Sie einen höheren Betrag ein.
Diese Form der Arbeit muss immer nachrangig sein, dass bedeutet, zuerst müssen andere
Wege der Integration versucht werden. Erst wenn dies nicht erfolgreich ist, können
Arbeitslose auf die Arbeitsgelegenheit verwiesen werden. Auch muss den Betroffenen
ausreichend Zeit eingeräumt werden, um auf dem ersten Arbeitsmarkt Arbeit zu suchen.
Deswegen ist die Arbeitsgelegenheit in der Regel nicht vollschichtig.
Auch Sie sollten mit darauf achten, dass die Arbeit zusätzlich ist. Arbeitslose dürfen nicht
dazu beitragen, weiter reguläre Arbeitsplätze zu verdrängen. Dies vermindert das
Vorhandensein von normal bezahlten Arbeitsplätzen und damit auch Ihre Jobchancen.
Ältere Arbeitslose, bei denen die Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt unwahrscheinlich ist,
sollten darauf drängen, dass ihnen längerfristige Angebote in öffentlich gefördert
Beschäftigung gemacht werden. So kann eine Brücke bis hin zum Übergang in die Rente
geschlagen werden.
Bei Jüngeren darf die öffentlich geförderte Beschäftigung nicht zu einer Sackgasse werden.
Drängen Sie drauf, dass Ihnen begleitende Qualifizierung angeboten wird und dass Sie
Tätigkeiten verrichten, bei denen Sie zusätzliche Erfahrungen für Arbeiten im ersten
Arbeitsmarkt erwerben. Die angebotene Beschäftigung sollte nicht zu einem Verlust Ihrer
beruflich erworbenen Qualifikationen führen.

weitere Schulden und Kredit Tipps

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Arbeitslosengeld abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>